Der Weg zu Deinem NaturRefugium Haus

Lieber Häusle-Bauer,

hier findest Du viele interessante Erklärungen, Einsichten und Tipps für menschengerechtes, naturnahes und preiswertes Wohnen. Zugegeben: Es ist ein bisschen viel auf einmal. Aber es ist ja auch der große Ratgeber.

Lass Dich aber nicht entmutigen. Nimm das, was Du verstehst und brauchen kannst und lass anderes einfach mal stehen. Du musst nicht alles wissen und können, um mit uns ein Haus zu bauen.

Du solltest nur wissen, wie wir ticken und auf was Du Dich einlässt. Eines ist sicher: Dein Haus wird mit uns zu einer einzigartigen Behausung, wie man sie heute kaum mehr findet.

Lass Dich auf unsere Ideen ein. Und lass dich überraschen und inspirieren. Auch ohne gleich ein Haus zu bauen, wirst Du davon profitieren.

Du interessierst Dich für ein NaturRefugium Haus?

In diesem Artikel lernst Du unsere Häuser kennen.

Wie sie gebaut werden.

Was ihre Besonderheiten und Vorteile sind.

Und warum sie einzigartig und unvergleichlich sind.

Warum der Preis konkurrenzlos niedrig ist.

Warum Du und andere Menschen nach Dir glücklich in einem NaturRefugium Haus leben werden.

Warum NaturRefugium Häuser gut für Menschen und Natur sind.

Der erste Schritt ist es, das Prinzip von NaturRefugium zu verstehen. Es kann sein, dass Du Dir etwas anderes vorstellst als wir. Deshalb zuerst eine

Einführung in die Idee des NR Hauses

Was es nicht ist

Das NaturRefugium Haus ist kein Haus wie alle anderen. Es hat nicht den Hochglanz und die knallige Buntheit von Lego-Bausteinen. Es ist nicht versiegelt und makellos. Es ist nicht im neuesten Stil durchdesignt.

Seine Materialien werden aber auch nicht im Laufe der Zeit abgenutzt und verbraucht. Es hat keine polierten Böden, die man immer schonen und pflegen muss und nur mit Hausschuhen betreten darf. Und es hat auch keine hohen Reparaturkosten, wenn mal etwas kaputt gegangen ist.

Wie wir planen und bauen

Ein NaturRefugium Haus wird aus natürlichen Materialien gebaut, zum Großteil aus naturgewachsenen Holz. Es hat die leichten Ungenauigkeiten und Rauhigkeiten alter Häuser.

Wer auf perfektes Finish wert legt, kann das auch haben, was aber sich auch im Preis und Aufwand niederschlägt und Charakter und Alltagstauglichkeit verringert.

Es kann schlicht und geradlinig sein oder verspielt und farbenfroh. Dabei steht nicht das Design am Anfang. Gebäudeteile haben eine bestimmte Funktion und werden dort hin gebaut, wo man sie braucht.

Aber muss man überlegen, wie man diese gestaltet, dass sie praktisch, fürs Auge schön und harmonisch zum Ganzen passen.

A propos “die Schönheit liegt im Auge des Betrachters”. Untersuchungen haben ergeben, dass bestimmte Elemente, Anordnungen und Größenverhältnisse von über 90% aller Menschen als schön, stimmig und ganzheitlich empfunden werden.

Weiter unten im Text werden einige Elemente der “Ganzheit” erläutert. Wer sie einhält, der kann eigentlich nichts falsch machen.

Ein Haus muss nicht in einem Stück durchdesignt sein. Wichtig die Ausgewogenheit des jeweiligen Elements. Wer sich Bilder der Alhambra in Granada ansieht, wird bemerken, dass kein einheitlicher Baustil der einzelnen Gebäudeteile vorherrscht. Jedes ist einzigartig und passt doch zu den anderen.

Die Alhambra in Granada

Das NaturRefugium Haus kann man selbst bauen oder bauen lassen. Es lässt sich immer wieder verändern oder vergrößern.

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Die Fünf “Anders” des NR Hauses

Wodurch sich unsere Häuser von anderen unterscheiden.

Naturnahes Bauen

Wir sind der Meinung, dass ein Haus die Natur bereichern sollte, anstatt ihr etwas wegzunehmen. Und dazu nageln wir nicht nur ein paar Bretter an die Fassade. Wir meinen es ernst.

Menschengerechtes Bauen

NIcht alles, was gerade Mode ist, ist menschengerecht. Und manche Häuser machen geradezu unglücklich. Vor 100 Jahren hat man vergessen, wie man schöne Häuser baut. Wir nicht.

Zeitlosigkeit und Langlebigkeit

Viele Häuser sind mit 50 Jahren schon nicht mehr erhaltenswert oder ein teurer Sanierfall. Unsere Häuser können praktisch unbegrenzt mit wenig Mitteln am Leben erhalten werden.

Individuell mit Dir entwickelt und geplant

Wir nehmen uns Zeit und entwickeln mit Dir das Haus das Du brauchst. Und Du kannst sogar noch während des Bauens es weitergestalten.

Konkurrenzlos preisgünstig

Bauen kann einfach sein, vom Material und von der Arbeitsweise. Wir suchen das Einfache und lassen einfach noch ein paar Arbeitsschritte weg. Und machen den Rest noch einfacher, so dass es jeder selber bauen kann.

Wir haben keine Werkstätten und keine Vorfertigung. Alle Materialien werden vom Hersteller oder Lieferanten gefertigt und direkt zu Dir geliefert.

Wir sind flexibel und an niemand gebunden. So können wir immer bei guter Qualität das Günsitgste nehmen. Oft nehmen wir Lieferanten bei Dir vor Ort. Das spart Transportkosten und hilft der Wirtschaft in Deiner Region. Und Du siehst die Materialien und kannst Dich entschieden.

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So bauen wir

Das aufsteigende-Schichten-Modell

Ein Haus ist keine Sache mit einer gleichbleibenden Lebensdauer. Es besteht aus verschiedenen Schichten die von unten nach oben und von innen nach außen unterschiedlich lange halten.

Das Grundstück

Es hält praktisch ewig. Aber vielleicht sollte man aufpassen, dass es nicht weggeschwemmt wird oder durch die Baumaßnahmen instabil wird, besonders am Hang. Und man sollte wissen, worauf man baut.

Das Fundament

Wir verwenden Punktfundamente. Sie bekommen keine Stahl-Armierung, weil diese rosten und irgendwann den Beton sprengen kann. Es ist purer Beton. Und der verhält sich wie Steine im Boden. Und Steine leben lang, wie es im Lied heißt.

Die Fundamentbalken

Die Fundamentbalken liegen über der Erde und verbinden die einzelnen Punktfundamente. Wir flämmen die Balken nach dem Shou-Sugi-Ban-Prinzip, bis sie eine dünne Holzkohleschicht bekommen, die sie vor Ungeziefer, Algen und Pilzen schützen. Auch weiter innen ist das Holz dadurch wärmebehandelt und “gebacken”, was längere Haltbarkeit bringt.

Danach werden die Balken mit speziellem Leinöl, das tief eindringt, eingelassen. Nach dem Trockenprozess ist die Holzkohle wieder verfestigt und wasserdicht, aber diffusionsoffen versiegelt. Angekohlte Holzbalken haben bei alten Fachwerkhäusern viel Jahrhunderte in blanker Erde überlebt.

Wir gehen beim Fundament von einer Haltbarkeit von mehreren hundert Jahren aus.

Die Bodenplatte

Auch die unterste Bretterschicht der Bodenplatte wird geflämmt. Die daraufliegenden Sparren und die Dämmschüttung sind geschützt und halten ebenso lange. Die Bretterschicht hat vergitterte Ablauflöcher, damit versehentlich eintretendes Wasser herauslaufen und die Dämmung wieder Trocknen kann.

Der Fußboden

Der daraufliegenden Dielenboden wird mit Leinöl eingelassen hält viele Jahrzehnte. Ist er einmal verschlissen, wird einfach eine neue Schicht darauf verlegt, was den Fußboden 2cm höher macht.

Eine Fußbodenheizung wird endlos und ohne Verbinder unter dem Estrich auf einer Dämmstoffplatte verlegt. Wird die Dämmplatte nicht dauerfeucht, kann auch sie viel Jahrzehnte überstehen. Die Rohre der Fußbodenheizung sind aus elastischem Kunststoff, die die unterschiedliche Ausdehnung des Estrichs mitmachen. Die Rohre haben zur andauernden Dichtheit eine Aluminium-Zwischenschicht. So können sie nicht porös werden, wie es früher oft geschah. Man kann von vielen Jahrzehnten Haltbarkeit ausgehen.

Die Wände

Das Fachwerk der Wände hat auch viele 100 Jahre Haltbarkeit. Im Gegensatz zur Ständerbauweise sind die Balken viel dicker und auch nicht in Dämmstoff gehüllt. Das Fachwerk kann auch für sich alleine stehen, ohne aussteifende Materialien. Es ist das Skelett des Hauses, das die Zeiten überdauert.

Wird es offen verlegt, ist es der Witterung ausgesetzt, was aber bei regelmäßiger Pflege kein Problem darstellt. Außerdem können einzelne schadhafte Balken von außen schnell ausgetauscht werden.

Die Verbindungsschrauben der Balken sind bei unserem System komplett in Holz eingebettet. Sie sind galvanisiert. Solange das Holz nicht modert, rosten die Schrauben auch nicht.

Dämmung

Wir verwenden Materialien, die lange halten und wenig kosten. Wenn sie geschützt sind und nicht feucht werden, halten sie so lange wie die Verkleidungen. Unsere Dämmschichten sind innen im Haus und deshalb bestens vor Spechten, Feuchtigkeit und Beschädigungen geschützt.

Wandverkleidungen und Fliesen

Die Verkleidung der Wände haben je nach Material, Witterungseinflüssen und Pflege eine Lebensdauer von vielen Jahrzehnten.

Die Haustechnik

Je einfacher sie ist, desto länger hält sie. Deswegen empfehlen wir preiswerte und bewährte Technik. Lieber auf den letzten Schrei verzichten. Preiswerte Geräte lassen sich auch wieder preiswerter ersetzen. Gibt es die Wahl zwischen einen großen und mehreren kleineren Geräten, sind die letzteren meist die bessere Wahl.

Auch die Frage ob man teure Markengeräte nimmt, kann man nicht immer positiv bejahen. Auch bei denen ist nach 10 Jahren oft kein Ersatzteil mehr da und die Reparatur unverhältnismäßig teuer. Auch Markenhersteller haben einfache und preiswerte Geräte im Programm. Bei sauberem und schnellen Recycling ist auch der Ersatz relativ umweltgerecht.

Fördermaßnahmen kann man meist getrost vergessen. Sie sind für Geräte, die unausgereift und teurer sind und dann auch noch von teuren Spezalisten installiert und gewartet werden.

Am wirtschaftlichsten sind natürlich Geräte, die man nicht hat. Sie kosten nichts und brauchen keine Wartung. Wow!

Farben und Tapeten

Diese haben eine Haltbarkeit von mehreren Jahren. Interessant ist in diesem Zusammenhang echte Leinölfarbe. Sie ist wasserabweisend und diffussionsoffen. Sie reisst nicht und blättert nicht ab. Wird sie einmal matt, genügt es, sie mit einen leinöl-getränkten Lappen abzuwischen, dann glänzt sie wieder wie neu.

Du hast jetzt den Grund erfahren, warum manche Häuser nur eine kurze Lebensdauer haben und manche Fachwerkhäuser über 500 Jahre alt wurden. Es ist die Lebensdauer der einzelnen Schichten und vor allem deren konstruktiver Schutz, der langes Leben verleiht. Altes Wissen, das immer noch gilt.

Der Bausatz

Wir konzipieren Dein Haus als Bausatz, der von Dir oder einem Montage-Team gebaut wird. Die Lieferung erfolgt abschnittsweise. Falls Du für einen weiteren Arbeitsschritt noch kleine Änderungen vorhast, kann man die meist noch ermöglichen.

Das Fundament

Das Haus steht über der Erde auf Punktfundamenten. Der Boden wird nicht versiegelt und die Kosten dafür sind minimal. Die Materialien dafür sind im Bausatz enthalten.

Wer das Haus auf einer Bodenplatte stehen haben will, dem können wir das Haus darauf bauen. Die Bodenplatte fertigen wir nicht selbst, sondern wird von einer Fachfirma erstellt. Der Preis dafür ist nicht in unseren Bausätzen enthalten.

Die Struktur

Wir bauen NR Häuser grundsätzlich als Fachwerk. Im Gegensatz zu historischem Fachwerk ist es ein hochfest verschraubtes dreidimensionales Gitter, in das auch die Bodenplatte mit einbezogen ist. Das macht es äußerst robust und erdbebensicher.

Das Haus ist schnell zu errichten und leicht zu reparieren. Man kann leicht etwas ändern oder erweitern.

Das Fachwerk kann offen sein oder mit einer Vielzahl von Materialien verkleidet werden. Es kann schlicht und funktional oder mit herkömmlichen historischen Mustern ausgeführt werden.

Mit der Fachwerk-Konstruktion kann man eckige und runde Häuser bauen. Man kann sogar naturbelassene Rundstämme verwenden, was aber mit einigem Aufwand versehen ist.

Die Dämmung

Um Dämmung wird heute viel Tamtam gemacht. Und fröhlich wird verbaut, was heute schon als Sondermüll gilt, wie zum Beispiel Styropor oder Mineralwolle.

Dämmung ist nichts anderes, als zu verhindern, dass Luft in der Wand zirkuliert und die Wärme von innen nach außen transportiert wird. Wer billig dämmen und recyceln will, der sammelt einfach sauberen Plastikmüll und stopft damit – locker zusammengeknüllt – die Hohlräume der Wände aus. Also fangt schon mal an zu sammeln.

Aber im Ernst – wir wollen mehr als nur mit Schäumen und Gespinsten die Wände dämmen. Natur Refugium baut Wände mit einer Vierfach-Funktion: Speichern – Dämmen – Reflektieren – Abdichten.

Speichern

Die Außenwände sollten massiv sein, um Sonnenlicht aufzunehmen, in Wärme umzuwandeln und diese zu speichern. Dabei muss die Wärme nicht ins Haus gelangen – es genügt, wenn die Wand wärmer ist als die Außentemperatur.

Jedes Grad Celsius mehr in der Wand verringert den Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenfläche und damit den Wärmeverlust. Wände werden auch an der Nordseite durch diffuses Licht etwas erwärmt.

Wände mit einer Außendämmung können das nicht. Sie kühlen nachts rasch aus und sind anfällig für Algenbewuchs. Den bekämpft man mit Fungiziden im Außenputz. Und die wirken nur, wenn sie langsam austreten. Dann sind sie in der Umwelt und nicht im mehr in Putz. Und der veralgt dann irgendwann doch.

Ein weiterer Vorteil einer Speichermasse ist die Verzögerung des Wärmeübertritts. Das kann viele Stunden betragen. Und so wird zum Beispiel im Sommer tagsüber verhindert, dass Wärme ins Haus transportiert wird. Sie kommt erst spät in der Nacht an, wenn es draußen wieder kühler ist.

Ein typischer Fall von fehlender Speichermasse sind Dachräume, die trotz dicker Dämmung sich im Sommer extrem aufheizen. Vor allem Mineralwolle leitet bei starker Wärmeeinstrahlung sehr viel Wärme.

Wir verbauen im Fachwerk massive Ziegel oder Natursteine, Stampflehm oder In-Situ Holzfaser-Speichermasse. Desweiteren verwenden wir Holz-Hackschnitzel als Dämm- und Speicherschüttung. Die beiden letzten Produkte haben sowohl eine Speicher- als auch eine Dämmwirkung, da sie auch Luft enthalten.

Wände mit Speichermassen im Haus können Tageslicht in Wärme umwandeln und diese speichern. Und sie halten die Temperatur lange konstant, auch wenn mal keine Heizung an ist.

Reflektieren

An der Innenseite der Außenwände wird die ThermoReflex-Membran angebracht. Das sind bis zu 16 Lagen von Luftpolsterfolie, die mit Alu bedampft ist. Jede Beschichtung reflektiert rund 95% der Wärme zurück Richtung Hausinneres. Umgekehrt reflektiert die Membran auch Wärmeeinstrahlung von der Außenmauer, was die Häuser im Sommer kühl hält.

Dämmen

Die vielen Luftpolster-Waben und Folienschichten dämmen zugleich, denn sie verhindern wirkungsvoll die Luftzirkulation und erhöhen den Wärmeübergangswiderstand.

Abdichten

Zugleich verhindert die Folie den Eintritt von Raumfeuchtigkeit in die Wand und dichtet die Wände gegen Zugluft ab.

Die Folien sind aus Polyethylen und damit das umweltfreundlichste Plastik überhaupt. Sie verbrennen im Müllheizkraftwerk rückstandsfrei zu Kohlendioxid und Wasserdampf.

Die Membran ist maximal 5 cm dick und enthält pro m² nur wenige Gramm von dem Kunststoff.

Man könnte sagen: Du hast einfach ein Paar Kilo Paraffin in deinen Wänden gespeichert.

Fußboden

Für den Fußboden empfehlen wir einen einfachen, strapazierfähigen Dielenboden aus Fichte oder Kiefer. Der ist in vielen Fällen zugleich die Abdeckung der Bodendämmung und damit sehr preiswert.

Er wird mit Leinöl eingelassen und ist damit recht feuchtigkeitsresistent. Man reinigt ihn einmal im Jahr mit Scheuermittel und lässt ihn dann wieder ein. Mit der Zeit bekommt der Boden eine markante Faserstruktur.

Für eine Fußbodenheizung werden die Heizrohre in preiswertem Zementestrich vergossen. Den Holzboden darauf verlegen wir schwimmend auf dünnen OSB-Platten oder Konterlatten.

Die Wandverkleidung

Man kann die Wände der Natur Refugium Häuser mit fast allem Erdenklichen verkleiden. Wichtig ist dabei die Diffussions-Offenheit. Die Thermo-Reflex-Membran ist die Barriere für Feuchtigkeits-Übertritt. Überschüssige Feuchtigkeit der Raumluft muss mit der Lüftung entsorgt werden. Feuchtigkeit in der Außenwand muss durch die Außenwand-Verkleidung abgegeben werden.

Außen können die Wände mit folgenden Materialien verkleidet werden:

Holzverschalung in verschiedenen Ausführungen. Sie kann naturbelassen bleiben, mit Leinöl eingelassen, oder mit lasierenden oder deckenden Leinölfarben gestrichen werden. Es gibt auch ein Mittel, dass die natürliche Holzvergrauung sofort erledigt und dabei zugleich eine Schutzschicht im Holz aufbaut.

Kalkputz auf Heraklith-Platten als Putzträger. Oder Kalkputz auf der Holzfaser-Speichermasse, die zugleich auch Putzträger ist.

Falls man das Fachwerk sichtbar lassen will, kann man die Mauersteine auch unverputzt lassen und mit Leinöl einlassen oder mit Kalkfarbe streichen.

Wer ein geschwungene Fassade haben will, kann diese mit Strohlehm auf einem Putzträger gestalten. Der Strohlehm kommt fertig gemischt in Säcken und ist leicht zu verarbeiten. Der trockene Lehm muss dann mit Leinöl- oder Kalkfarben gegen Abwaschen geschützt werden.

Natürlich kann man die Fassade auch mit Kalkputz plastisch oder mit Putzstreifen gestalten. Das ist etwas schwieriger, aber preiswerter und robuster.

Es gab Anfragen, ob man ein NaturRefugium Haus auch mit Strohballen dämmen kann. Deshalb hier die Antwort:

Im Prinzip ja. Aber.

Strohballen haben keine tragende Funktion, deshalb muss eine Stützstruktur her, die mit unserem Fachwerk ja gegeben ist. Das Fachwerk wird von außen mit Dielen beplankt – schöne Seite nach innen – und daran die Strohballen befestigt.

Version 1

Innen kann man dann einfach das Fachwerk erhaben stehen lassen, was eine Interessante Innengestaltung darstellt. Möglicherweise genügt die Dämmwirkung der Strohballen allein.

Version 2

Oder aber auch das Fachwerk innen verkleiden und mit einer weiteren Dämmschüttung versehen. Und dann zusätzlich noch ThermoReflex-Membran und Innenverkleidung. Dann hat man über einen halben Meter dicke Mauern und einen super Dämmwert.

Außen verputzt man die Strohballen mit Lehmputz. Und dann muss man noch tausend Sachen beachten, dass das Stroh nicht schimmelt. Möglicherweise werden sich auch diverse kleine Hausbewohner darin niederlassen. Insgesamt machbar, aber nicht einfach und nicht billig. Vielleicht ist Version 1 eine preiswerte Alternative für Leute, die das besondere wollen.

Die Innenverkleidung

kann man mit diversen Holzverschalungen machen oder auch mit Gipskartonplatten, wenn man glatte Wände will. Desweiteren sind Putze auf Putzträgern möglich.

Lehmputz wird oft wegen des Raumklimas verwendet, aber es ist ein schwierigerer Stoff als oft angenommen. Wenn die Luftfeuchtigkeit nicht stimmt, kann das Stroh im Lehm schimmeln. Auch sind die Wände nicht sehr strapazierfähig.

Wegen des Raumklimas sind zu empfehlen: Gipsputz wegen der Schadstoffbindung. Kalkputz und Kalkfarben wegen der Schimmelbekämpfung. Holz wegen der Feuchteregulierung.

Mit Holz zu verschalen ist am einfachsten und preiswertesten. Kein Anstrich und kein Putz nötig. Wer hellere Wände will kann die Dielen hell lasieren.

Innenwände

Für die Innenwände empfehlen wir ein schlankes Fachwerk, das entweder ausgefacht und sichtbar bleibt oder verkleidet wird. Guten Schallschutz ergibt eine Ausfachung mit Massiv-Ziegelsteinen. diese können mit Leinöl oder Kalkfarbe gestrichen oder verputzt werden.

Türen

Für die Innentüren empfehlen wir Massivholztüren mit Füllungen, die recht preiswert zu haben sind. Für Haustüren gibt es entsprechende Modelle auch mit Isolierglasscheiben. Für Terrasse und Balkon empfehlen wir normale Balkontüren. Terrassen-Schiebetüren sind teuer und lassen sich trotzdem immer nur jeweils zur Hälfte öffnen. Außerdem verschenken sie Stellplatz.

Fenster

Fenster sind ein heißes Thema. Hier sind wir etwas gespalten.

Fenster ohne Sprossenteilung sind Löcher. Ihnen fehlt die Mitte. Viele Hausfrauen versuchen das mit Vorhängen oder Fensterdeko abzumildern.

Panoramafenster lassen die Gegend draußen zur Fototapete verkommen, weil man immer alles sieht und sich daran gewöhnt.

Sprossen haben deshalb noch eine weitere Funktion. Sie erzeugen eine weitere Ebene des Sehens und damit einen Übergang von innen nach außen.

Durch Sprossen sieht man nie alles auf einmal. Man muss aktiv werden und sich bewegen, um alles draußen mitzubekommen. Das Draußen erhält eine Tiefen-Dimension und bleibt immer wieder interessant. Geht man an einer Fensterfront mit Sprossenfenstern entlang, kommt draußen die Welt in Bewegung.

Einflügelige Fenster sind oft unpraktisch zu öffnen. Mit zwei Flügeln kann man auch etwas auf der Fensterbank stehen lassen und nur einen öffnen.

Wärmeschutzverglasung braucht dicke Ränder, was oft zu dicken und unschönen Rahmen und Sprossen führt. Und dann sieht man auch bei “echten” Sprossen die Abstandshalter.

Handwerklich hergestellte Fenster mit Flügeln und Sprossen und eleganten Rahmen rücken leicht in die Nähe eines Tausenders.

Was können wir nun empfehlen?

Wenn es um den Preis geht, dann gäbe es  Kunststoffenster mit Dreifachverglasung ohne Sprossen, die in Quadratmetergröße unter 200 € liegen. Dämmung, Qualität und Preis top, Optik flop.

Will man dasselbe in Holz, kann man den Preis verdoppeln. Mit innenliegenden Sprossen (in Aspik) haben wir das Ganze dann verdreifacht.

Die preiswerteste elegante Lösung: Wo kein Bedarf zum Öffnen ist, kann man fixe Fensterscheiben einsetzen. Etwa bei einer Fensterfront nach außen genügt ein Flügel oder eine Balkontür zum Lüften.

Eine einfache Lösung, Fenstern eine Mitte zu geben ist es ein Ornament in die Mitte zu kleben – aus Folie oder erhaben aus anderem Material. Oder man lässt eine Schmuck in der Mitte herunter hängen.

Sprossen kann man als wegklappbares Ziergitter davorsetzen – zum leichten Putzen. Bei fixen Scheiben und bei Fenstern ohne Sprossen eine Interessante Lösung. Möglicherweise ist das auch ein Einbruch-Schutz. Es muss ja nicht nach Knast-Gittern aussehen, wenn es angenehm designt ist.

Elegante schlanke Regale vor oder hinter den Fenstern sind eine coole Idee. Sie sind zugleich Ziergitter und Sprossenteilung. Durch vereinzelte Gegenstände in den Fächern ergibt sich eine weitere Tiefe und damit noch mehr Übergang nach draußen.

Fenster-Regale auf der Innenseite müssen in Scharnieren wegklappbar sein. Dann kann man auch alles, was sich sonst so auf den Fensterbrettern befindet – inklusive Blumen – mit einem Schwenk wegklappen.

Wir bieten auch einen Bausatz für Sprossenfenster an. Dazu haben wir eine schlanke Wärmeschutzverglasung anfertigen lassen, mit nur 16mm Tiefe.

Die Fenster haben die Dimensionen wie historische Fenster mit schlanken Profilen und Sprossen. Und auch die Beschläge sind das, was man vor hundert Jahren verbaute, also nicht die modernen Dreh-Kipp-Beschläge mit Mehrfachverriegelung. Dämm- und Dichteigenschaften aber sind up to date.

Der Preis für den Bausatz eines zweiflügeligen Fensters liegt bei rund 250 €.

Bodentiefe Fenster, vor allem wenn sie sich über eine ganz Front hinziehen, sind zwar momentan ein Hype, aber so sinnvoll wie ein Kropf. Sie machen viel Arbeit zum Putzen und nehmen Stellfläche weg. Stellt man etwas davor auf den Boden, dann sieht man das von außen – oft nicht sehr ordentlich.

Interessanter sind normal hohe Fenster, die in eine Arbeitsfläche übergehen, mit Stauraum darunter. Nirgendwo kann man schöner arbeiten als mit dem Blick nach draußen. Die positive Alternative zum Brett vor dem Kopf bei der Einbauküche.

Oder man macht die Fensterbänke in Sitzflächenhöhe. Wenn man die etwas in den Raum ragen lässt, hat man zugleich einen Fenstersitzplatz für eine oder zwei Personen. Ein Regal darunter gibt Stauraum. Oder man baut ein Regal über die ganze Wandhöhe um ein Fenster herum, mit einem Fensterplatz in die Mitte.

Zuletzt seien noch Fenster im Haus erwähnt. Sie machen dunkle Flure hell und schaffen Blickverbindung in die Küche, ins Wohnzimmer, die Eingangsdiele oder ins Kinderzimmer. Für die Küche kann ein Fenster ins Ess- oder Wohnzimmer zugleich eine Durchreiche sein.

Hier genügt eine Einfachverglasung. Und mit der sind echte Sprossen einfach zu verwirklichen.

Und natürlich hat sowas nicht jeder.

Der Entwurf

Raumaufteilung

Hier überlegen wir uns, welche Räume gebraucht werden und wie sie gestaltet sind.

Grundsätzlich sind bei unseren Häusern ein paar m² mehr nicht teuer, denn wir haben günstige Quadratmeterpreise, da wir die Technik als extra-Block betrachten.

Raumanordnung

Hier machen wir uns Gedanken, in welcher Reihenfolge wir die Räume anordnen. Gewöhnlich geht es vom Öffentlichen ins Private.

Gestalte Dein Haus so, dass der Eingang für Besucher leicht zu erkennen ist. Die Diele sollte kein enger Flur sein, sondern sowas wie ein kleines Empfangszimmer mit einer Sitzgelegenheit, wenn Besucher oder Fremde mal warten müssen.

Raumhöhen

Der Eingang

Verschiedene Raumhöhen geben einem Haus eine außergewöhnlichen Charakter und bessere Lebensqualität. Ein Haus mit verschieden hohen Dächern ist auch von außen schön und lebendig anzusehen.

Stauraum

Ein Teil der Wohnung sollte als Stauraum konzipiert werden. Abgehängte Decken bieten Stauraum für selten genutzte Gegenstände. Innenwände als Wandschränke sind eine interessante Alternative zur Rumpelkammer. Auch eine Umkleide kann Stauräume beinhalten.

Dachform

Flachdach, Pultdach, Satteldach, Gründach – hier gibt es je nach Gemeinde verschiedene Wahlmöglichkeiten.

Unser Flachdach ist eine flache Wanne mit einer Kautschukfolie ausgelegt. Lebensdauer 50 Jahre. Das Regenwasser wird durch ein Fallrohr abgeführt. Somit brauchen wir keine Dachrinne.

Das Flachdach kann direkt bepflanzt werden. Wir brauchen nur ringsum ein Drainagerohr zu verlegen, damit die Erde bei Regen nicht über den Rand gespült wird.

Wandverkleidungen außen und innen sowie Innenwände

Was möchtest Du sehen? Was darf es kosten? Welche Funktion sollen Wände und Verkleidungen haben?

Hier bieten wir einen einmaligen Service: Wenn die Fachwerkstruktur steht, kannst Du noch durch Probieren und durch den reellen Eindruck vor Ort entscheiden, wie die Wände gestaltet werden sollen. Sogar die Raum-Einteilung kann man noch etwas variieren.

Fenster

Wir empfehlen das Prinzip: Licht von zwei Seiten, das eine ganz andere Atmosphäre erzeugt. Wenn an einer Seite kein normales Fenster gewünscht wird, kann auf einer Seite ja ein Lichtband unter der Decke angebracht werden. Fixe Fenster machen dies zu einer sehr preiswerten Angelegenheit.

Fenster werden dort angebracht, wo man sie braucht. Von außen werden sie so gestaltet, dass sie eine lokale harmonische Symmetrie in der Fassade darstellen.

Heizung

Zur Auswahl stehen, hier nach Anschaffungskosten gestaffelt, folgende Möglichkeiten:

Ein oder zwei Kaminöfen, vielleicht mit einem gemauerten Nachheizkörper. Der Wirkungsgrad, die Abgasqualität und die Heizleistung ist übrigens fast immer gleich, egal ob die Öfen 300 € der 4000 € kosten. An erneuerbaren Energien ist übrigens Holz die zuverlässigste und preiswerteste Energiequelle.

Elektrische Strahler, auch Infrarotheizung genannt

Auch hier gilt: Egal, ob so ein Strahler 50 oder 1000 € kostet, der elektrische Wirkungsgrad ist immer 100%. Wegen der hohen Strompreise, die wegen des Atom- und Kohleausstiegs noch weiter kräftig steigen werden, sind sie nicht zu empfehlen, höchstens für eine Kurzzeitbeheizung wie beim Baden und Duschen. Aber da ist ein Heizlüfter noch schneller und damit effektiver.

Split-Inverter-Klimageräte

Diese arbeiten nach dem Wärmepumpen-Prinzip. Sie haben inzwischen einen Wirkungsgrad beim Heizen von bis zu 1:5. Das bedeutet, dass mit einer kWh bis zu fünf kWh Heizleistung erzeugt wird. Im Raum befindet sich ein kleines Kästchen von ca 80 x 30 x 20 cm; das Außen-Aggregat befindet sich unter dem Hausboden, wo es durch den Erdboden im Winter wärmere Luft und im Sommer kühlere Luft als die Außentemperatur bekommt und damit noch effektiver als im Freien arbeitet.

Die Geräte arbeiten flüsterleise und haben keinen spürbaren Luftzug. Die erwärmte Luft streicht an der Decke entlang, erwärmt sie. Diese strahlt dann die Wärme infrarot nach unten ab.

Die Kosten für ein Gerät mit 3,5 kWh Heizleistung liegen bei rund 1000 €. Interessanterweise ist der Gesamt-Wirkungsgrad bei Einzelgeräten besser als bei einer zentralen Einheit und auch die Preise unterscheiden sich nicht pro Heizeinheit. Bei einem Defekt ist aber die Reparatur oder der Ersatz wesentlich preiswerter. Braucht man ein Gerät mehr, ist das an einem Tag nachgerüstet. Auch kann man im Lauf der Jahrzehnte peu à peu auf modernere Geräte umrüsten.

Gas-Etagenheizung in Brennwerttechnik mit Fußbodenheizung

Mit einem kWh-Preis von rund 7 €ct ist Erdgas wesentlich preisgünstiger als Strom und der Preis wird auch wegen der neuen Nordsee-Pipeline und wegen Liefermöglichkeiten aus Nordamerika nicht so schnell ansteigen. Die Geräte für ein EFH gibt es ab 2000 €. Mit Gasanschluss, Steuerung, Kamin, Installation und Verlegung der Fußbodenheizung muss man bei 100m² ab rund 10.000 € rechnen.

Wer keinen Erdgasanschluss hat, kann mit Flüssiggas heizen. Die Gaspreise sind ähnlich. Anstatt dem Anschluss braucht man dann einen Tank, den man aber auch für rund 15 € im Monat mieten kann. Die Kosten sind also ähnlich.

Ölzentralheizung, Wärmepumpenheizung, Holz-, Pellet- oder Hackschnitzel-Zentralheizung sowie Solarunterstützung lohnen sich nur in den seltensten Fällen oder bei großen Objekten.

Lüftung

Wer nicht immer lüften will oder kann, dem sind dezentrale Rohrlüfter mit Wärmerückgewinnung empfohlen. Sie sitzen einfach in einer Bohrung in der Wand. Eine leiser Lüfter bläst die verbrauchte Luft nach außen, wärmt ein Keramikelement auf und saugt dann frische Luft von außen an.

Das Keramikelement wärmt dabei die Luft wieder auf. Zwei Lüfter im Haus, die wechselseitig arbeiten, kosten mit Einbau unter 1000€.

Von einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung raten wir entschieden ab. Du investierst viele Tausend Euro, musst das Teil ständig teuer warten lassen und weißt nicht was da alles in den Rohren wächst und kreucht.

Art der Installationsführung

Man kann natürlich die Strom- und sonstige Installation in der Wand verlegen und diese dann verkleiden. Bei Defekten wird es aber aufwendig. Wir empfehlen deshalb an der Außenwand eine Sockelleiste, hinter der alles verlegt wird und in der man dann auch die Steckdosen etc anbringt. Die Dämmung wird dabei nicht beeinträchtigt.

Alternativ kann man so eine Leiste auf Fensterbankhöhe in der Wand verlegen, die dann gleichzeitig als Scheuerkante für Stuhllehnen oder als Lehne einer Sitzbank ausgeführt ist. Dann braucht man sich für die Steckdosen nicht zu bücken und die Lichtschalter kann man auch gleich einbauen.

Übergang ins Freie

Der Fußboden eines Hauses liegt über dem Erdboden. Damit ist zuerst mal eine scharfe Trennung von Innen und Außen vorgegeben. Es fehlt die Verbindung zum Boden.

Der Übergang sollte deshalb so gestaltet werden, dass man zuerst eben ins Freie tritt und dann allmählich auf Erdniveau herabsteigt. Das wird durch eine Terrasse oder Podest gewährleistet, von der man aus mit flachen Stufen oder einer Aufschüttung auf das Erdniveau gelangt.

Terassenbedachung

Es muss nicht immer ein Glas- oder Plastikdach sein. Eine Markise in einem warmen Farbton erzeugt ein warmes, weiches Licht vor dem Haus. Und es müssen auch keine teuren Markisenanlagen sein, Möglich sind auch altmodische, steilere Markisen, die den Regen leicht ablaufen lassen und zusätzlich auch die Fassade gliedern und beleben.

Ausrichtung des Hauses und der Nebengebäude

Allgemein empfiehlt man, das Haus mit der Wohnseite nach Süden auszurichten. Deshalb legt man die Nordseite möglichst nah an die nördliche Grundstücksgrenze. Den Platz an der Nordseite nutzt man dann für Mülltonnen, Kompost, Nebengebäude, Garagen und Lagerstätten.

Interessant ist aber auch eine diagonale Ausrichtung. Dann hat die Nordostseite am Vormittag Licht, die Südost- und Südwestseite tagsüber und die Nordwestseite ab Nachmittag.

Wichtig ist auch das Konzept des positiven Raumes. Welche Plätze erzeugen meine Gebäude und Nebengebäude und Abgrenzungen und die Nachbargebäude?

Sind es zerklüftete Flecken oder aber zentrale Plätze und Höfe, in denen man sich gern aufhält? Es werden meist nur die Flächen und Gärten genutzt, die in der Sonne liegen und die man von Haus aus erreichen kann.

Wir Deutschen betreiben oft gerne Coconing – wir schirmen uns durch Mauern, Zäune, Hecken und Sichtschutzwänden wie in einem Kokon von der Außenwelt ab. Was von der Optik und der Gesamtwahrnehmung von außen her oft verheerend ist.

Deshalb brauchen wir halb-versteckte Plätze im Freien, aber auch Plätze mit Übergängen zur Straße. Plätze, wo man nicht gesehen werden will aber etwas sieht. Und Plätze in denen man sich sehen lassen will.

Wie wäre es mit einem Zimmer im Freien? Luftige Wände aus Blumenregalen, Rankgittern, einem Teil der Hauswand, einem Sichtschutz, durchbrochenen Mauern und Hecken? Mit angedeuteten Fenstern und Türen, aber ohne Dach? Du musst das nicht alles sofort verwirklichen, aber einen Platz sonnigen Platz dafür könntet Du schon mal andenken.

Grenzen und Zäune

Ganz ohne Grenzen will man nicht leben. Ruckzuck wird sonst ein Rasen oder eine Wiese zum Hundeklo oder Tummelplatz für Vorbeigehende.

Aber müssen es gleich hohe Mauer, Zäune und Hecken sein?

Wie wäre es mit einer Mauer, auf der man sich setzen oder darauf entlanglaufen kann? Weil sie nur 50 cm hoch und auch fast so breit ist, braucht sie kein Fundament, denn sie fällt nicht um. man kann sie aus groben Steinen und Bauschutt locker mauern und dann geschwungen verputzen und nass verschlämmen. Mit einer zweiten, vielleicht etwas geschwungenen Mauer dahinter hat man zugleich ein Beet, das man mit Blumen und Stauden bepflanzen kann.

Oder ein Beet mit Beerensträuchern, die zum Naschen einladen als Grenze? Oder eine schattige Bank als Teil deiner Grenze?

Zeige Deine Grenze deutlich, aber mache sie einladend und freundlich.

Gestalten mit den Prinzipien von Schönheit und Ganzheit

Wir können nur dann dauerhaft glücklich in einem Haus leben, wenn es menschengerecht gestaltet ist. Die Natur bietet bestimmte Muster an und wir finden sie intuitiv als schön und behaglich.

Vor über 100 Jahren noch wussten Bauleute noch, was schön ist und wandte das auch an. Manchmal vielleicht auch zuviel des Guten. Aber man sah in Architektur und Kunst den dienenden Charakter, der anderen Menschen galt und sie glücklich stimmen sollte. Man wollte das Gute, Wahre und Schöne.

Dann aber begann eine neue Zeit, bei der es entweder nur noch um Zweckmäßigkeit ging oder darum, durch schrille, schräge und aufrüttelnde Kontraste Aufsehen zu erregen oder einen Wow-Effekt zu erzeugen. Ab jetzt galt nur noch der Ausdruck des Künstlers, der nicht mehr bewertet werden durfte. Fett und Hasenfelle in einer Ecke platziert waren plötzlich Kunst.

Die moderne Kunst ist so wertvoll wie das Marketing, dass sie an den Mann bringt.

In der Architektur zeigte sich das zum Beispiel im Massen-Wohnhaus der “Wohnmaschine” von LeCorbusier. Der versuchte zwar noch mit dem goldenen Schnitt seine Häuser harmonisch zu gestalten, brachte aber ein Wohnen hervor, das dem Menschen einen Teil seiner Lebensgrundlagen nahm.

Die Technologie und Bürokratie übernahm diese Vorstellungen, so dass heute Wohnungen nur noch als Würfel und Quader definiert werden, mit bestimmten Werten pro Quadratmeter.

Der austro-amerikanische Architekt Alexander Christopher arbeitete die Prinzipien von Schönheit und Ganzheit wieder neu heraus. Wer sie befolgt, wird automatisch zu einem Künstler – wenn auch vielleicht zu einem altmodischen. Ich stelle hier einige vor.

Starke Ränder

Schöne Objekte verlangen immer nach starken Rändern, Grenzen und Rahmen. Bei Häusern können das Fensterrahmen, Fachwerk, Putzstreifen, Sockelleisten oder Friese sein.

Mitten oder Zentren

das menschliche Auge sucht in seinem Blickfeld immer wieder etwas, auf das es sich konzentrieren kann. Gegenstände, die eine Mitte haben bringen ihn deshalb zur Ruhe. Das können Fensterkreuze sein oder eine verzierte Tür. Ein Brunnen, ein Baum oder eine Säule auf einem Platz. Oder eine Gliederung auf einem geknüpften Teppich.

Lokale Symmetrien

Gebäude müssen nicht immer symmetrisch gestaltet sein. Wohl aber Gebäudeteile. Deswegen sieht ein Fenster mit zwei gleichen Flügeln besser aus, als mit einer ⅓ – ⅔ Teilung. Haustüren mit modernen, assymetrischen Design erregen zwar Aufsehen, erzeugen jedoch kein Wohlbefinden.

Sich wiederholende Abwechslung

Elemente in einem Muster, die regelmäßig vorkommen, geben einen angenehmen Rhythmus vor.

Abgestufte Größenverhältnisse

Das ist eines der wichtigsten Prinzipien. In der Natur gibt es nie ganz kleine Dinge neben glatten, großen. Man nimmt an, dass ein Größenverhältnis von 1:3 bis 1:10 harmonisch wirkt. Ein gutes Beispiel ist ein Baum, dessen Bestandteile vom dicken Stamm mit Rindenmuster bis hin zu den Blattrippen oder Nadeln immer eine wenig kleiner sind.

Ein riesiges, rahmenloses Fenster neben einer verputzten Wand wirkt unnatürlich. Die Rauhheit der Wand hat eine Struktur von einigen Millimetern, die Fensterfläche ist plötzlich hundert mal so groß.

Ein historisches Haus hat Größenverhältnisse ganz anders: Der Sand im Putz, die Maserung Im Holz, Risse im Balken, die Größe von Mauersteinen, die Breite von Balken und Brettern, Putzstreifen, Fensterrahmen, Sprossen, kleine Glasscheiben, Zierleisten. Die Größenverhältnisse sind nicht sonderlich unterschiedlich und werden als schön empfunden.

Positiver Raum

Gegenstände haben nicht nur eine Form. So wie sie auf einer Fläche platziert sind, ergeben sie bestimmte Flächen und Muster. Während in einer modernen Wohnsiedlung Straßen, Häuser und Nebengebäude die Flächen zerstückeln, findet man historische Plätze, Wohnhöfe und Atrium-Ensemble heimelig.

Das Prinzip des positiven Raumes gilt auch bei der Gestaltung von Wänden und Platzierung von Fenstern und Türen. Und jeder anderen Anordnung von Formen.

Die Leere

In der Natur findet man immer wieder die Leere: Der Himmel zwischen den Gipfeln oder Wolken. Der See oder die Lichtung im Wald. So tut auch uns eine Fläche mit relativer Leere gut.

Sei es nun eine gerahmte Wandfläche, eine freier Platz, eine Wiese oder ein Gartenteich.

Schlichtheit und Ruhe

Auch wenn all die vorher genannter Prinzipien angewandt werden: Sie sollten nicht überborden. Der Gesamteindruck sollte Ruhe und Einfachkeit zeigen.

Auch wenn ein Blockhaus oder eine Holzvertäfelung oder eine verputzte Wand sich jeden Millimeter mit Feinheiten in der Maserung überziehen, wirken sie doch einfach und schlicht.

Eine Gegensatz dazu wäre eine moderner Kellenputz, der eine eigentlich schon glatte Wand künstlich übertrieben aufwühlt. Ein historischer Kellenputz ist zwar auch etwas uneben, aber hier war das Ziel es eben, die Wand möglichst glatt hinzubekommen und nicht umgekehrt.

Rauheit

Auch wenn die Natur sehr viele Ordnungen und Prinzipien hat – sie ist nie exakt. immer wieder gibt es kleine Abweichungen – im Großen wie im Kleinen.

Wir finden die alten Häuser schön. Vielleicht auch, weil noch kein industriell erzeugter Hochglanz vorherrschte. Ausgetretene Treppen und rauhe Bodendielen. Fachwerk, das nicht mehr ganz grade steht, von Hand gezogene Linien in Putz und Farbe.

Das ergibt den gewissen Reiz eines alten Hauses. Es kann aber auch eine Hausmauer sein, die nicht ganz im Winkel steht, weil man einem großen Baum ausweicht und das Haus an ihm vorbei baut.

Abgestufte Übergänge

Scharfe, harte Linien findet man in der Natur kaum. Sie ist besonders lebendig und vielfältig, wenn Übergänge da sind: Vom Wald zur Wiese, vom Meer zum Land, vom Berg zum Tal.

Häuser brauchen auch Übergänge: Von der Wand zum Fenster, von einem Raum zu Andern, von innen nach außen.

Lass Pflanzen um das Fenster wachsen, um an den Rändern das scharfe Licht zu brechen. Lege Beete vor dem Haus an. Schaffe Übergänge auf dem Weg zur Straße. Lass Ritzen zwischen den Platten, damit dort Gras wachsen kann. Schaffe geschwungene Wege mit überraschenden Einblicken und Ausblicken.

Und vor allem gilt das eine Gebot: Du sollst nicht langweilen!


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