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Wohnglück 7: Hohe Blumenbeete

Blumenbeete auf dem Boden haben mehrere Probleme: Man kann hineinlaufen, das Jäten ist schwierig, Gras und Unkraut kann hineinwachsen, Die Blüten sind weit weg.

Blumenbeete, die in erhöhten Mauerumfassungen wachsen, kommen dem Betrachter näher. Sie können eine Grundstücksgrenze markieren. Sie sind leichter zu pflegen. In trockenen Gegenden bekommen sie eine Abdichtung nach unten, so dass das Wasser nicht wegläuft und man nur wenig gießen muss.

Man kann auch dicke Mauern zum Draufsetzen mit Blumenbeeten erweitern – der Besucher sitzt dann in einem Blumenmeer zwischen Insekten und Vögeln. Sträucher und hohe Gewächse geben Sichtschutz oder zerstreuen den Blick – man sieht nicht alles auf einmal und entdeckt immer wieder neues dahinter.

Wohnglück 6 – Mauern für Kinder

Für Kinder war und ist es ein großes Vergnügen auf Mauern entlangzulaufen. Gönnen wir es ihnen!

Man kann am Beginn einer Mauer Stufen anbringen, um brquem hinaufzusteigen – oder die Mauer aus der Erde „auftauchen“ lassen, wobei man ganz bequem hochlaufen kann. Und so manchem Erwachsenen wird es auch jucken und er wird sich trauen. Verzichten wir auf Zäune und ähnlichem auf der Mauer. So wird aus einer Grenze eine Verbindung zur Umwelt.

Wohnglück 5 – (Garten-)Mauern zum draufsetzen

Der Moderne Grundbesitzer scheint laut Baumarkt-Durchhalteblättchen nur folgende Optionen zur Verfügung haben: Jägerzaun, Lattenzaun und – ganz aktuell! – grüner Drahtgitterzaun. Ganz offen war nur kurz und bei Individualisten en vouge.

Aber hier ist eine Lösung: Eine Mauer so 40-50 cm hoch und breit genug, um sich draufzusetzen. Eine klare, massive Abgrenzung (u.a. gegen Leute, die ihren Hund immer auf die Wiese lassen) und trotzdem eine Einladung für Nachbarn und Wanderer, sich mal zu setzen und auszuruhen. Vielleicht gibt es was interessantes im Umkreis zu sehen, oder Leute die man beobachten kann. So eine Mauer und deren Umgebung kann man ganz heimelig und einladend gestalten – auch wenn sie nur ganz kurz.

So eine niedrige breite Mauer braucht gar kein Fundament, man kann einfach ein Mörtelbett auf die Wiese oder Erde setzen und hochmauern. Wir hatten uns mit unserer Mauer vertan und teilweise auf Gemeindegrund gesetzt. Mit einer Winde war das Problem schnell zurechtgerückt.

Wohnglück 4 – Die Wohnküche als zentraler und größter Raum

Als die Menschen wohlhabender wurden und sich Dienstboten leisten konnten, wurde die Küche als schmutziger Arbeitsplatz von den Wohnbereichen separiert. Als es dann keine Dienstboten mehr gab, wurde dies Aufteilung beibehalten und die Hausfrau schlüpfte in die Dienstboten-Rolle. Inzwischen löst sich das etwas auf, aber auch bei einer Wohnküche wird noch oft zwischen Koch- und Wohnbereich unterschieden. Und die Dientboten-Rolle wird etwas beibehalten.

Ursprünglich geschah das Wohnen oft in einem großen Raum mit einem Feuer als Mittelpunkt, das wärmte und zum Kochen gleichermaßen verwendet wurde – und auch optisch ein Vergnügen und ein Mittel zur Entspannung war. In diesem großen Raum wurde gegessen, gearbeitet, gespielt und geredet.

Auch in unsere Bauernküche kommen die Kinder zum Lernen, Basteln und Studieren, obwohl jeder ein eigenes Zimmer hat. Wer Ecken, Nischen und Fensterplätze anbietet, sowie mehrere Lese- und Arbeitsplätze, an denen man auch mal etwas liegen lassen kann, der macht die Wohnküche zum einem lebendigen Brennpunkt des Familienlebens.

Wohnglück 3 – Viel Raumgfühl trotz niedriger Decke

Wenn es darauf ankommt, viel Wohnfläche bei wenig Raumvolumen zu bekommen, werden die Decken niedriger. Das muss nicht zu einem beengten Raumgefühl führen.

Wenn die Decke leicht schräg ist, kann man sie in den Bereichen, wo man sitzt oder liegt, die Deckenhöhe unter 2 Meter halten, um sie dafür im Bereich des Stehens und Gehens höher zu halten. Das fördert sogar das angenehme Gefühl, für bestimmte Zwecke kleinere gemütliche Ecken und Nischen zu haben, wo man sich allein oder mit einem Gesprächspartner zurückziehen kann. Der Rest der Anwesenden in den höheren Raumteilen akzeptiert dabei automatisch die entstehende private Zone.

Bei unseren Kompakthäusern führen wir die ansteigende Decke mit dem Terassendach hinter der Fensterfront weiter, so dass der Außenbereich optisch dazugehört und das Wohnen großzügig macht. Ein beengtes Raumgefühl tritt so nicht ein.

Wohnglück 2 – Dünne Häuser

Viel Licht in jedem Raum, wenn möglich von verschiedenen Seiten – das tut uns gut. Aber wie müssen Häuser dazu aussehen?

Richtig: Lang, dünn, gewunden, mit U- oder S-Form. Moderne Energieplaner fangen bei diesen Anforderungen das Hyperventilieren (Hechelatmung) an.

Mit der richtigen Dämmung, mit abgestimmten Heizbedarf und mit der Konzentration auf das Wesentliche, können auch dünne Häuser kostengünstig und mit wenig Energiebedarf gebaut werden.

Der Architekt Christopher Alexander sagt, schon 3 Meter Breite genügen. Und das passt auch zu dem System der Übergänge: Nach und nach kommt man im schlanken Haus in immer privatere Bereiche.

Okay, das war mal zu warmdenken. Man muss nicht so schmal bauen, aber wenn es einem Spaß macht? Wir haben einen Entwurf für ein Kompakthaus, das 7 Wohnbereiche enthält. Es ist 11,2 m lang und 2,5m breit. Küche, Wohnbereich, Umkleideraum, Bad, Schlafraum, Arbeitszimmer und Kinderzimmer sind drin. Kinder können spielen und schlafen, Erwachsene können sich nahe kommen und aus dem Weg gehen, mit Gästen zusammen sitzen oder alleine Arbeiten. Ein Wohnwagen ist kleiner. Und man lernt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Mehr Platz ist mehr Platz für mehr Müll.

Wohnglück 1 – Übergänge

Für viele Menschen gibt es ganz klar ein innen und ein außen beim Wohnen: Außen die Umwelt, die auch stört und oft feindlich ist, und innen mein privater Rückzugsort, den ich so einrichte, wie ich möchte – oder mir die Einrichtungsindustrie empfiehlt.

Ein Beispiel dafür ist das traurige,kahle, riechende Treppenhaus, und innen eine modern eingerichtete Wohnung, mit Möbeln, die viel zu groß für den vorhandenen Platz sind.

Was uns Menschen gut tut, sind Übergänge. Z.B. Vom Gehsteig ein gewundener Weg zur Haustür, verschiedene Bodenbeläge, Gras zwischen den Pflastersteinen, ein Gerüst mit Kletterpflanzen. Ein kleiner Säulen gang am Haus entlang. Ein Terassendach, so tief, dass man es berühren kann. Eine gewundene Treppe, auch wenn es nur einige Stufen sind. Neben der Tür ein Platz zum Ausruhen und Ablegen von Gegenständen -oder gleich eine amerikanische Porch, eine Veranda mit Geländer.

Tun sich hier nicht Bilder im Kopf auf? Das kann man auch mit nur wenig Platz verwirklichen. Wichtig dabei ist die Veränderung, die zu den privateren Bereich hinführt. Unser Hirtenhaus bekommt an der Straßenseite eine gewendelte Treppe, hohe Blumenbeete mit Mauern zum draufsetzen und eine Veranda, die zugleich ein Säulengang ist. Bei nur 80cm Breite… Mehr davon wenn’s fertig ist.

Mit der Eingangstür ist mit den Übergangen nicht Schluss: Dahinter ist ein Platz zum Ankommen und Ablegen sinnvoll, vielleicht eine Waschgelegenheit und Toilette in der Nähe hilfreich. Darauf folgt ein offizielleres Zimmer für Gäste, dann die intimere Wohnküche, dann ein Kinder- und Familienzimmer, von dem aus es in die privaten Arbeitszimmer, Umkleideräume, Badezimmer und Schlafräume geht.

Dazu braucht man keine Riesenvilla; man kann auch Räume in Bereiche unterteilen, z.B. mit halbhohen Stellwänden und Regalen oder entsprechenden Bodenbelägen.

Demnächst werden wir Skizzen von Mini-Hobbithöhlen und Kompakthäusern veröffentlichen, in denen alles vorhanden ist.

Wohnglück – kann man das bauen?

Der amerikanische Architekt Christopher Alexander hat mit seinem Team 10 Jahre lang untersucht, was es beim Wohnbau braucht, um Menschen dauerhaft zufriedener zu machen.

Es entstanden die Bücher: The Timeless Way of Building. Und: A Pattern Language. Zusammen zweieinhalbtausend Seiten. Ich habe mich da durchgelesen und diese Ideen mit meinen Vorstellungen kombiniert.

In den folgenden Posts (etwas weiter unten) werde ich einige davon vorstellen.

Thermoreflex – die ganz andere Wärmedämmung

Wir haben ja schon mehrmals darauf hingewiesen, das saugende Dämmungen – und dazu gehören auch die beliebten Styropor-Fassaden – nicht das Gelbe vom Ei sind, was Umweltschutz und Energieersparnis betrifft. Sie können sich voll Feuchtigkeit saugen, auch aus dem Hausinneren. Sie verrotten und verlieren ihre Wirkung als Dämmung. Und innen blüht der Schimmel.

Hier hast Du die Möglichkeit, mal den ganz normalen Horror azusehen, dem Hausbesitzer „gedämmte“ Hausbewohner heutzutage ausgesetzt sind. Link

Außendämmung verhindert Speicherung von Sonnewärme und führt zu erhöhter Veralgung. Meist sind Fungizide beigemischt, die langsam an die Umwelt abgegeben werden, damit es nicht grün wird. Und dann haben wir da noch die Spechte und die Brände. Link

Bevor du auf weiterlesen klickst: Das ist etwas ganz Tolles, schon beinahe Sensationelles. Aber man sollte sich Ruhe und Zeit dazu nehmen.

Weiterlesen „Thermoreflex – die ganz andere Wärmedämmung“

Wie ist ein NaturHaus aufgebaut?

Ein Haus, das mit der Natur gebaut wird, soll keinen zu großen Eingriff erzeugen und wenn nötig wieder rückgebaut werden können. Deshalb gehen wir etwas anders vor als bei konventionellen Häusern. Erfahre hier Schritt für Schritt, wie ein NaturHaus errichtet wird.

Weiterlesen „Wie ist ein NaturHaus aufgebaut?“