Wohnungen lebenswert gestalten – Die Wohnküche als Begegnungs- und Arbeitsort

Als die Menschen wohlhabender wurden und sich Dienstboten leisten konnten, wurde die Küche als schmutziger Arbeitsplatz von den Wohnbereichen separiert. Als es dann keine Dienstboten mehr gab, wurde dies Aufteilung beibehalten und die Hausfrau schlüpfte in die Dienstboten-Rolle. Inzwischen löst sich das etwas auf, aber auch bei einer Wohnküche wird noch oft zwischen Koch- und Wohnbereich unterschieden. Und die Dientboten-Rolle wird etwas beibehalten.

In den Bauern- und Farmhäusern geschah das Wohnen oft in einem großen Raum mit einem Feuer als Mittelpunkt, das wärmte und zum Kochen gleichermaßen verwendet wurde – und auch optisch ein Vergnügen und ein Mittel zur Entspannung war. In diesem großen Raum wurde gegessen, gearbeitet, gespielt und geredet.

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In die Bauernküche kommen die Kinder zum Lernen, Basteln und Studieren, obwohl jeder ein eigenes Zimmer hat. Wer Ecken, Nischen und Fensterplätze anbietet, sowie mehrere Lese- und Arbeitsplätze, an denen man auch mal etwas liegen lassen kann – oder schnell wegräumen kann – der macht die Wohnküche zum einem lebendigen Brennpunkt des Familienlebens.

In einer Wohnküche machen verschiedene Details und Muster das Wohnen noch schöner und Menschen-gerechter. Hier folgt eine Auswahl davon:

 

Arbeitsplatz am Fenster

Anstatt einem Brett vorm Kopf – nämlich von Hängeschränken – einen Ausblick nach draußen. Natur, Nachbarschaft, Garten, Licht – das alles macht das Arbeiten leichter und entspannter.

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Sitzplatz am Fenster

Einen Sitzplatz für einige wenige Menschen so gestalten, dass der Blick ins Freie fallen kann. Wohltuend, wenn es eine Blickachse zu einem schönen Ort gibt.

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Gefiltertes Licht

Kletterpflanzen am Rande des Fensters dämpfen das Licht, verändern seine Farbe und verhindern, dass es ins Zimmer hereinknallt. Auch Markisen über den Fenstern können dem Licht eine angenehme Tönung geben. Regale vor Fenstern können auch ein Lichtbrecher sein.

Je nach Wetter und Jahreszeit müssen diese Filter angepasst werden.

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Der Zen-Blick

Ein Mönch lebte in einen Haus mit Blick auf das Meer. Doch ging kein Fenster dorthin. Das Meer konnte man nur dann sehen, wenn man über den Hof ging und an einer Lücke in der Hofmauer vorbeiging. Dadurch blieb der Meerblick immer etwas Neues und Besonderes.

Durch riesige Fenster wird die Gegend draußen zur Gewohnheit wie eine Fototapete. Durch Gestaltung des Außenbereichs in vielen Ebenen und durch relativ kleine Fenster mit Sprossen sieht man nie das ganze Bild, sondern man muss sich hin und herbewegen, um alles zu überblicken. So bleibt das Draußen lebendig mit immer neuen Aspekten.

 

Regale vor Fenstern

Wer große Fensterscheiben ohne Sprossen hat, kann ersatzweise schmale Regale vor den Fenstern anbringen – Immer auf der Seite, wo der Fensterflügel wegschwenkt. Dort können Gebrauchs- oder Ziergegenstände oder kleine Pflanzen hineingestellt werden – ohne das komplette Fenster zu verdecken.

Sind Regale auf der Innenseite und lassen die Fenster nach innen öffnen, lassen sie sich durch Scharniere wegschwenken oder auf Schienen wegschieben. Solche Regale können mit einer zusätzlichen Glasscheibe kombiniert werden, um die Wärmedämmung zu erhöhen.

 

Der gemeinsame Tisch

An einem großen Tisch kann man zusammen essen, aber auch viele gemeinsame Dinge machen. Wichtig ist, dass man einen guten Zugang zu allen Seiten hat. Dazu ist es gut, wenn Beine nach innen versetzt sind, so dass man – vor allem bei einer Eckbank – gut herumrutschen und sich bei vielen Gästen gleichmäßig verteilen kann.

 

Das Fach unter den Arbeitsflächen

Sehr oft kommt es vor, dass eine Arbeit noch nicht beendet ist, oder dass Lesestoff, Laptops oder Arbeitsmittel auf dem Tisch liegen und im Weg sind – oder einfach unaufgeräumt aussehen. Hilfreich ist hier ein Fach unter der Tischplatte und den Arbeitsplätzen, knapp 10 Zentimeter hoch. Hier kann man mit einem Griff schnell alle größeren Gegenstände verstauen. Für kleinere Dinge ist eine Schublade mit Unterteilungen hilfreich.

 

Stauplatz für Arbeitsmittel

Die wenigsten Menschen arbeiten gerne allein und arbeiten gerne im gemeinsamen Wohnbereich. Man kann dort auch die schriftlichen Angelegenheiten der Familie regeln.

Für größere Arbeitsmittel kann man daher entsprechende Stauräume einrichten. Eine Nähmaschine kann man aus einer Tischplatte herausklappen lassen. Hängeregister lassen sich in Klappen unter Sitzflächen verstauen. Unter Eckbänken lassen sich Regale einrichten. Ein Esstisch kann in der Mitte eine Klappe für einen Kasten darunter haben – oder Schubladen auf langen Schienen.

Bei allem ist es wichtig, dass man eine schnellen Zugriff zum Hin- und Wegräumen hat.

 

Regale, einen Gegenstand tief

Tiefe Schränke und Regale machen das Aufräumen schwer – man muss viel herumräumen und suchen. Sind die Regale nur so tief, wie der Gegenstand, der darin aufbewahrt werden soll, geht das Aufräumen und Finden leicht von der Hand. Gegenstände, die man fast nie braucht, kann man in Kisten ganz oben verstauen; und dort können die Regalbretter tiefer sein. Dadurch werden auch die Raumecken abgerundet.

 

Ein zentraler Platz für eine Feuerstelle

Von Natur aus ist der Mensch vom Feuer fasziniert und fühlt sich hingezogen. Sich auf seinem bequemen Lieblingsplatz hinkuscheln, die Flammen beobachten, leise Musik hören oder sich unterhalten oder ein Buch lesen – das ist eine Alternative zum Wohnzimmer-beherrschenden Fernsehschirm. Von einer solchen Atmosphäre fühlen sich auch andere Bewohner und Gäste angezogen und kommen gerne herbei.

Eine preiswerte Alternative für eine Kamin ist ein Kaminofen. Auch ganz preiswerte Modelle erfüllen die Abgasvorschriften und sind bei richtiger Bedienung lange haltbar – die Unterschiede sind nur Äußerlich. Kaminöfen kann man auch mit einem kleinen Spalt ummauern – dadurch überheizt der Raum weniger und die Mauer speichert die Wärme für lange Zeit.

Schön ist es, wenn auch ohne Feuer die Feuerstelle ein attraktiver Blickfang in der Raummitte ist. Möglicherweise kann dort auch ein mit Alkohol betriebener Kamin-Einsatz für gemütliche Sommerabende eingefügt werden – oder ganzjährig für Häuser mit Zentralheizung.

Moderne Kachelöfen individuell geplant - Ries Steinau

 

Lieblingssitzplätze

Gerne stattet man Wohnzimmer mit uniformen Stühlen oder Sofas aus. Wie aber wäre es, wenn jeder sich seinen Lieblings-Sitzplatz oder Stuhl auswählt? Idealerweise stehen diese im Halbkreis um den Feuerplatz. Bei einem kleinen Raum könne auch eine Polsterecke oder eine gut gepolsterte, individuell gefertigte Eckbank ein Teil dieser Lieblingsplätze sein.

 

Lichtinseln

Im Gegensatz zu großzügig ausgeleuchteten Räumen fühlt man sich bei keinen Lichtinseln wohl, die den jeweiligen Platz nur soweit ausleuchten, wie man es braucht.

Zwei Menschen, die sich in einer Ecke unterhalten die nur für sie ausgeleuchtet ist, fühlen sich vertrauter. Wer ein Buch liest, kann ab und zu zum Kaminfeuer hinsehen und es genießen.  Dasselbe gilt für den Esstisch oder eine Arbeitsfläche. Das Streulicht braucht nur ausreichend zu sein, um gefahrlos im Raum herumgehen zu können

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Platz für Gäste

In vielen Weltgegenden ist es üblich dass man mit Gästen solange zusammensitzt, bis man müde ist. Dann legen sie diese einfach hin – auf gepolsterten Sofas oder anderen Liegeflächen. Man kann zum Beispiel Eckbänke so gestalten, dass die Sitzflächen zu Liegeflächen verbreitert werden. Decḱen und Kissen für solche Gelegenheiten kann man in Kästen unter Stitzflächen verstauen.

 

Multimedia

Der Fernseher als Dauerberieselungs-Mittel zerstört die Atmosphäre der Wohnküche. Hilfreich dagegen ist eine gute Musikanlage zum bewussten Hören der Lieblingsmusik.

Falls man doch ab und zu gemeinsam einen Film anschauen will, empfiehlt sich eine Leinwand an der Decke, die man ausziehen kann und ein Beamer. Alternativ ein Bildschirm hinter einer Schiebewand.

Wie alle anderen Dinge, soll der Mediengenuss ausgewählt und bewusst geschehen und damit wertvoller werden.

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