Wie wird ein schönes Grundstück im Außenbereich zu Bauland?

Anmerkung: Es ist schwer, auf dieser Website Artikel mit vielen Bidern zu veröffentlichen. Daher finden Sie diesen Artikel mit Bildern auf https://naturrefugium.blogspot.de/

Wie wird ein schönes Grundstück im Außenbereich zu Bauland?

Oder: Kann man überhaupt im Grünen bauen?

 

Die Antwort lautet: In Deutschland im Prinzip nein. Denn eine klare Zielsetzung in Deutschland ist es Zersiedelung zu vermeiden. Wenn jeder auf einem schönen Stückchen Landschaft bauen dürfte, dann wären bald alle schönen Stellen im Land mit Gebäuden zugekleckert. Möglicherweise hätte dann der Bewohner einen schönen Ausblick. Ob aber das Gebäude die Gegend wirklich verschönert oder verbessert, das ist die große Frage. Und an den schönen Ausblick gewöhnt man sich – er wird sozusagen zur Tapete.

 

Auch das Wort Ökosiedlung steht nicht dafür, dass es schön ausschaut.

 

Hier schwankten die Architekten anscheinend zwischen Massenfertigung und “auf jeden Fall auffallen”.

 

Dass auch gerade durch eine engen Bebauung ein Grundstück erst schön und lebenswert wird, sieht man am ehemaligen Fischerdorf in Bamberg.

 

Jedes Gebäude ist ein Unikum, und trotzdem passt alle zusammen – und auch zur Natur – auf wenigen Quadratmetern. Die Erbauer haben sich offenbar viel Gedanken gemacht, was Schön bedeutet.

 

Das nur nebenbei. Demnächst werde ich auch noch einige Artikel darüber schreiben:

  • Der Zen-Blick
  • Das Land reparieren und heilen
  • Ganzheit beim Bauen

 

Nun aber zurück zu unserer Fragestellung: Kann man noch irgendwo im Grünen oder in der Natur bauen? Ja, es gibt da einige Möglichkeiten. Aber die sind begrenzt.

 

Gebäude-Ersatz

Steht schon ein Gebäude alleine in der Natur, dann kann es, wenn es baufällig ist, oder nicht unter Denkmalschutz steht, ersetzt werden – durch ein ähnliches Gebäude. Dafür kommen alte Villen, Aussiedlerhöfe oder Einzelgehöfte in Frage. Aber auch hierwird oft zwischen Baugrund und Garten bzw. Landwirtschaftlicher Fläche unterschieden. und auf letzteren darf nicht gebaut werden.

 

Landwirtschaftliches Wohngebäude

Soll ein landwirtschaftliches Grundstück genutzt werden und ist dazu ein neues bäuerliches Anwesen notwendig, dann kann es möglicherweise mit einem Wohnhaus genehmigt werden – aber es muss dann auch bewirtschaftet werden.

 

In der Nachbarschaft von kleinen Weilern und Dörfern

Um neue Einwohner zu gewinnen, erlauben manche Gemeinden, dass in entlegenen Ortsteilen im Anschluss an diebestehenden Häuser gebaut werden kann. Man ist dann sozusagen an drei Seiten von der Natur umgeben.

 

Ein touristisch genutztes Anwesen

Wenn es für den Fremdenverkehr und die Attraktivität der Gemeinden sinnvoll ist, werden manchmal Gebäude auch in der Natur genehmigt – mit einem bestimmten Wohnanteil.

 

Was eher nicht geht

Dass man irgendwo in einem schönen Tal mit wunderbarem Ausblick ein preiswertes Grundstück findet und dort bauen darf – und ungestört von der restlichen Zivilisation wohnen darf – da ist eher ein Lotto-Sechser wahrscheinlich. Nötig ist der Gewinn auch, wenn man klamme Gemeindekassen sponsoren will, damit man dann doch noch sowas genehmigt kriegt. Also eher was Neureiche mit Geldüberschuss im Zusammenhang mit für Geldsegen offenen Gemeinden.

 

Das heute Übliche

Was wahrscheinlicher ist: dass irgendwo am Ortsrand ein Baugebiet entwickelt und erschlossen wird, mit Kanalisation und Straßen, etc. Und das ganze dann in Parzellen aufgeteilt und verkauft wird. In diese werden dann die üblichen Standardprodukte der Bauindustrie nach der gerade vorherrschenden Mode gestellt – z.Zt sind gerade bodentiefe Fenster in jedem Zimmer und sogar im Bad en vouge.

 

Doch das ist ja gerade das, was wir nicht wollen: Durch die Entwickung und Erschließung sind die Grundstücke teuer geworden. Jeder versucht sich auf seiner Parzelle zu verwirklichen ohne auf das Ganze und den Zusammenhang zu achten. Durch Zaun und Hecke versucht man sich abzugrenzen. Durch die Abstandsflächen ringsum wird viel Land vergeudet. Und die Gebäude, Straßen und Plätze selbst versiegeln den Grund.  

 

Was wäre eine andere Lösung?

Möglich wäre eine Naturwohnsiedlung, die als ganze Fläche vorgesehen ist. Die Erschließung beinhaltet nur eine leicht befestigte Kfz-Parkmöglichkeit für mehrere Wohneinheiten. Die Fläche wird durch Fußwege erschlossen, mit Befahrbarkeit bei bestimmten Gelegenheiten wie Umzug oder Bautätigkeiten. Kanalisation wird so angeschlossen, dass jeweils der nächste Neubau drangehängt werden kann. Die Gebäude entwickeln sich harmonisch im Zusammenhang, wobei einzelstehende Häuser und auch Gebäudegruppen als ein Wohnhof entstehen können. Auch Erdbauten oder Gebäude mit Erddach sind möglich. Durch entsprechende naturnahe Bebauung und Gestaltung können Ausgleichsflächen vermieden werden.

 

Menschen mit Bedürfnis nach Nachbarschaft und Gemeinschaft könnten in Wohnhöfen um einen gemeinsamen Platz leben. Menschen, die mehr Ruhe und Abgeschiedenheit lieben, in unauffällig in die Landschaft eingebetteten Erdhäusern, wobei der Garten auch über den Häusern liegt.

 

Bei der Bebauung wird darauf geachtet, dass gerade die schönsten Stellen des Geländes erhalten bleiben und die errichteten Gebäude und Anlangen das Grundstück verschönern und aufwerten. Die dynamische Erweiterung des Grundstücks geschieht durch einen gemeinsamen Prozess zwischen allen Bewohnern und dem Betreiber der Anlage. Neue Bewohner erhalten den Zuschlag für das Land erst nach der grundsätzlichen Planung ihres Hauses. Auch die Gemeinde und die anderen Ortsbewohner könnten sich eventuell mit Vorschlägen beteiligen.

 

Gemeinschaftsfördernd und möglich wären auch eine Ladengaststätte und Werkstätten für Kunsthandwerker. Letztlich aber bestimmen die Bewohner die Entwicklung – mit dem Wissen und der Erfahrung, die sie erwerben, wird sich das Gelände ganz individuell entwickeln.

 

Natursiedlung mit Eigenerzeugung

Eine Möglichkeit wäre auch eine Natursiedlung wie bei

http://transition-darmstadt.de/projekte/natursiedlung/

wobei hier die garten- oder landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Fläche im Vordergrund steht. Jeder bewirtschaftet ca. ein Tagwerk/Morgen an Fläche. Inwieweit das realistisch und finanziell machbar ist, muss erst noch erwiesen werden.

 

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