Ein NaturRefugium Haus entsteht. 6. Teil: Außenwände Außenseiten

Nun werden Zwischenräume im Fachwerk ausgefacht. Dazu haben wir verschiedene Methoden:

 

Ausmauern mit Mauersteinen oder auch mit Natur- oder Bruchsteinen

Dazu werden Leisten in der Mitte der Innenseite der Fachwerksbalken befestigt. Sie erhöhen die Winddichitigkeit und verhindern das Herauskippen der Ausfachungen aus den Gefachen. Gemauert wird mit Kalkzement- oder Luftkalk-Mörtel. Die Mauersteine können sichtbar bleiben oder verputzt werden. Alternativ kann das Fachwerk überputzt werden.

 

Nach einer kurzen Anleitung kann diese Arbeit auch von Laien durchgeführt werden. Die handarbeitliche, kleinflächige und leicht unregelmäßige Oberfläche gibt dem Haus einen individuellen Charakter.

 

Dämmschüttung

Hierzu wird die Außenseite des Fachwerks mit Nut und Feder-Brettern oder einer Stülpschalung verschalt und dabei die Schüttung eingefüllt. Füllstoffe sind Perlit, Blähton, Hackschnitzel und Sägespäne. Wer eine so gedämmte Fassade mit Putz gestalten will, nimmt als Verschalung Herklit-Platten. (Zementgebundene Holzfaserplatten.)

 

Perlit-Guss

Perlit wird mit etwas Zementpulver und Wasser erdfeucht angerührt und leicht in die verschalten Gefache eingestampft. Nach einem Tag wird die Verschahlung entfernt. Die hoch dämmende Masse ist zugleich ein hervoragender Putzträger.

 

Stampflehm

Vorhandener oder angemischter sandiger Lehm wird in eine Verschalung kräftig eingestampft. Dabei werden an der Außenseite kleine Steine mit eingestampft, die dann als Putzträger dienen.

 

In-Situ-Heraklit

Sägespäne werden mit etwas Zementpulver und Wasser erdfeucht angemischt und in eine Verschalung kräftig eingestampft. Die Masse ist zugleich Putzträger. Diese Mischung ist eindeutig die preiswerteste Ausfachung, wenn kein Stampflehm zur Verfügung steht. Der kostet nämlich gar nichts, wenn er auf dem Gelände vorkommt. Ansonsten sind Transport- und Lade-Arbeiten hinzuzurechnen.

 

Nach dem Ausfachen können die Wände farblich verziert oder auch mit Putz künstlerisch gestaltet werden. Alle diese Arbeiten sind nach kurzer Einführung auch von Laien durchführbar.

 

Strohballen-Häuser

Hierzu wird auf die Außenseite des Fachwerks eine Dielenbretter-Schicht mit der “schönen” Seite nach innen befestigt. Das Fachwerk bleibt innen offen und auch die Dielenbretter dahinter sind sichtbar. Außen werden Strohballen aufgestapelt, verdichtet und an der Wand befestigt. Darüber kommt ein Strohlehm-Putz, der sich besonders für geschwungene und künstlerisch gestaltete Oberflächen eignet. Wichtig ist eine sehr atmungsoffene Oberfläche, damit die Strohballen nicht das Schimmeln anfangen. Die Strohballen haben naturgemäß eine hohe Wanddicke und sind nicht platzsparend.

 

Erdhäuser

Dazu wird Erdmaterial aus einem Hang entnommen, die Häuser hineingebaut, und dann wieder teilweise zugeschüttet. Die. Häuser müssen die Erdlast aufnehmen und ggfs. auch den Hang vor dem Abrutschen sichern.

 

Möglich ist es auch, auf einem ebenen Gelände eine Mulde etwa ein Drittel Raumhöhe auszuheben, die Häuser hineinzubauen und das Dach sowie eine oder mehrere Seiten wieder zu bedecken. So entsteht ein künstlicher Hügel. Die Südseite hat dabei großzügige Fensterflächen und ein Rampe geht dort vom der normalen Erdniveau auf das Fußboden-Niveau herab. Wichtig ist eine Drainage um das ganze Haus, die das Oberflächenwasser vollständig abführen kann.
Wichtig ist bei allen Erdbauten eine Schutzfolie an allen erdbedeckten Flächen und darunter die Thermoreflex-Membran an der Außenseite.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s