Ein NaturRefugium-Haus entsteht. 4. Teil: Die Wände, Pfosten und Pfetten

Die Wände,  Pfosten und Pfetten

Ein NaturRefugium-Haus wird als technisches Fachwerk errichtet. Es kann wie ein klassisches Fachwerkhaus aussehen,  muss aber nicht. Das Fachwerk kann offen sichtbar sein oder verkleidet werden. Ein technisches Fachwerk besteht theoretisch aus kurzen Balken und vielen Dreiecken. Die Kräfte werden durch die Form der Dreiecke aufgenommen und nicht durch die Materialstärke. Dadurch können schlanke, preiswerte Querschnitte verwendet werden.

 

Die Balken sind nicht ausgeklinkt und sind auch nicht durch Holznägel gesichert, wie beim klassischen Fachwerk. Sie werden stumpf aneinandergesetzt und mit Konstruktions-Schrauben so verbunden, dass sie sämtliche Zug-, Druck- und Scherkräfte aufnehmen können. Dadurch sind die Häuser erdbeben- und extremwetterfest.

 

Alle Holzteile werden entsprechend der vorherigen individuellen Planung maßgerecht zugeschnitten an die Baustelle geliefert.

 

Die Pfosten der Fachwerkaußenwände werden mit einer Lehre oder einer Abstützung auf den vorgesehenen Stellen der Bodenplatte aufgestellt und nach Anleitung diagonal mit den Bodensparren verschraubt. Dasselbe geschieht mit den mittleren Stützpfosten.

 

Auf die Pfosten werden die Pfetten (also die Lagerbalken) waagrecht aufgelegt, die das Dach oder das darüberliegende Stockwerk tragen. Auch sie werden fachgerecht mit den Pfosten verschraubt.

 

Nun werden die vorgeschnittenen Streben und Fachwerk-Unterteilungen eingesetzt und ebenfalls verschraubt. Danach können die Lehren oder Abstützungen für die Pfosten entfernt werden. Das erste Stockwerk steht nun endgültig und stabil.

 

Dass dabei ständig die Balken mit der Wasserwaage auf richtigen Winkel überprüft werden, versteht sich von selbst. Kleinere Abweichungen sind dabei meist unerheblich und können beim Einbau weiterer Bauelemente leicht ausgeglichen werden

 

Das Flachdach oder die Deckenplatte

Auf die Pfetten werden nun im rechten Winkel die Sparren in gleichmäßigen Abstand aufgelegt und verschraubt.

 

Für das Flachdach, oder wenn man Dämmung zum oberen Stockwerk wünscht, werden nun von unten Holzdielen gegen die Sparren verlegt und ggf ein Rieselschutz eingelegt. Darauf kann nun die Wärmedämmschüttung eingebracht werden. Die Holzdielen können gleichzeitig die sichtbare Zimmerdecke sein.

 

Für erhöhten Tritt-Schallschutz können auf einem Fehlboden preisgünstige Betonplatten o. ä. eingelegt werden.

 

Flachdach

Als Abschluss unter der Dachhaut wird nun die ThermoReflex-Membran wasserdicht verlegt. Auf den Sparren wird nun eine Schicht Rauhspund oder Schalbretter verlegt. Diese brauchen nur eine ebene Fläche haben, die nach oben zeigt.

 

Den Abschluss der Dachhaut bildet eine Kautschuk-Folie, die für 50 Jahre Witterungsschutz bietet und auch mit einem pflanzentragenden Erddach bedeckt werden kann.

 

Weiteres Stockwerk

Für ein weiteres Stockwerk ergibt sich der selbe Aufbau wie beim Erdgeschoss beschrieben.

 

Satteldach

Ein Satteldach für ein NaturRefugium Haus wird als Pfettendach konstruiert, d.h. zusätzlich zu den schrägen Sparren gibt es senkrechte Pfosten mit Lagerbalken darauf. Das erleichtert die statische Berechnung und evtl. spätere Umbauten. Auch können daher kürzere Balken verwendet werden, die mit max. 2 Personen bewegt werden können.

 

Auf den Sparren der darunterliegenden Stockwerksdecke werden die Ständer und die Pfosten, sowie die schrägen Dachsparren jeweils für eine Stockwerkshöhe verschraubt. Die Außenwände bekommen entsprechende Streben zwischen den Pfosten.

 

Nun wäre es Zeit fürs Richtfest.
Den Abschluss bildet z. B. ein klassischen Kaltdach mit Ziegeln oder Dachsteinen auf Latten oder bei Ausbau des DG ein Dach mit Dämm/Speicher-Schale über den Sparren. Aber auch ein begrüntes Satteldach ist bei flacheren Dachneigungen möglich.

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