Wie ist ein NaturHaus aufgebaut?

Ein Haus, das mit der Natur gebaut wird, soll keinen zu großen Eingriff erzeugen und wenn nötig wieder rückgebaut werden können. Deshalb gehen wir etwas anders vor als bei konventionellen Häusern. Erfahre hier Schritt für Schritt, wie ein NaturHaus errichtet wird.

Der Grund

Das Naturhaus braucht einen Boden, der sein Gewicht trägt. Dazu wird nur soviel der Humusschicht ertfent wie nötig – und dieser kann auch wieder für die Bedachung verwendet werden. Der Boden sollte weitgehendst eben sein. aber mit einem Gefälle von mindestens. 1%, damit das Wasser ablaufen kann – und zwar vom Hang oder der natürlichen Bodenneigung weg. Oder an der tiefsten Stelle muss eine Entwässerung vorhanden sein.

Der Boden könnte auch eine gewisse Neigung haben, und das in mehreren unterschiedlichen Abschnitten, so dass man beim Gehen im Haus etwas aufwärts oder abwärts läuft, oder von einer Ebene in eine andere gelangt – ein Erlebnis, das manche faszinierend finden.

Der Stabilität des NaturHauses tut das keinen Abbruch – es ist so konstruiert, dass es den Bodenneigunngen folgen kann.

Steht die Ausrichtung des Bodens einmal fest, dann wird die Festigkeit des Bodens geprüft und dieser nötigenfalls etwas verdichtet. Das ist aber nur bei aufgeschütteten Böden nötig – ein „gewachsener“ Grund ist tragfähig genug.

Auf diesen Boden kommt in Streifenform eine Kiesschüttung – dort, wo die Lagerhölzer liegen werden. Diese Schüttung wird nach Wunsch eben oder mit einer entsprechenden Steigung abgezogen und leicht verdichtet. Darauf werden dünne, schmale Betonplatten verlegt, die das Gewicht des Hauses etwas auf dem Grund verteilen. Nun ist der Grund gelegt.

Alternativ werden Streifenfundamente in den Boden gegossen, die aber etwas aufwendiger zu recyceln sind.

Natürlch könnte man auch eine Betonplatte gießen, oder einen Keller bauen und das Haus darauf stellen – aber es gibt auch eine Menge Gründe, das nicht zu tun. Ein Keller bedeutet oft Platz für Gerümpel. Ich habe einen Bauernhof mit ca 700 m² überdachter Fläche – wie auf wundersame Weise füllt sich jeder Raum – ein Paradies (oder die Hölle?) für Messies. Spare Geld und mach Dein Leben einfacher – lass den Keller weg. Und dann wird hier noch eine Menge zukünftigen Bauschchutts produziert – eher nicht die Natur-Variante. Aber es gibt auch gute Gründe für einen Keller – z.B. einen Weinkeller. Wir empfehlen da die Gewölbe-Variante mit gestampften Lehmboden… Geht wirklich. Aber vielleicht ist da auch Platz im Hügel neben dem Haus vorhanden…

Das nächste ist eine stabile PE-Folie, die vor Feuchtigkeit von unten schützt. Es folgt eine Mehrschicht – Wärmereflex-Folie, die wiederum durch eine PE-Folie geschützt wird. Falls einmal Wasser auf die Folie gelangt, muss es auch wieder ablaufen können. Nun hat es das zukünftige Haus schon schön warm von unten.

Schraubanker sind eine andere Möglichkeit, das Haus im Grund zu verankern. Es sind im Grunde genommen riesige Edelstahl-Schrauben (ca. einen Meter lang) mit breiten Gewindeflächen wie ein Korkenzieher, die in den Grund geschraubt werden. Durch hinien- und hinausdrehen können sie millimetergenau eingestellt werden. Oben befindet sich eine runde Platte, auf die die Lagerhölzer geschraubt werden. Mit Schraubankern fällt jegliche Vorarbeit am Boden weg, nur der Wasserablauf muss gesichert sein. Man kann damit ein Haus buchstäblich auf die grüne Wiese stellen. Bei dieser Methode werden die Schraubanker einfach durch den erwähnten Folienaufbau gebohrt.

Der weitere Aufbau

Die Lagerhölzer sind massive Balken, die den weiteren Aufbau tragen. Sie liegen auf der Folienschicht auf den Plattenstreifen. Auf oder zwischen den Lagerhölzern liegen die Sparren, die den Fußboden tragen. Außerdem stehen darauf die Stützen und die Fachwerkwände des Aufbaus. In den meisten Fällen werden das unbehauene, aber entrindete Stämme sein, die einen für die Statik nötigen Mindestdurchmesser haben. Verbunden werden diese Stämme mit speziellen vergüteten Holzauschrauben, die keinen Kopf haben und völlig im Holz verschwinden. Die Kraft wird durch das durchgehende Gewinde zuverlässig auf beide zu verbindende Holzteile übertragen. Durch sie wird das Fachwerk wesentlich steifer als mit den traditionellen Verzapfungen und es geht auch kostengünstiger und schneller. Durch entsprechende Auslegung der Fachwerkwände entstehen zugleich die nötigen Fenster- und Türöffnungen.

Diagonal-Stützen bei Bauten im Hang

Steht das Haus am Hang und wird auf der Rückseite Erdaushub angeschüttet, benötigt man diagonal-Versteifungen, die den Erddruck aufnehmen könne. Die kann man in Regalen, Raumteilern oder in geplanten Zimmerwänden als Fachwerk integrieren.

Nun stehen schon die Fachwerk-Wände. Die oberen waagrechten Balken ergeben zusammen mit den Pfetten, die waagecht auf den Stützen liegen, die Grundlage für das nächste Stockwerk oder den Dachaufbau.

Das Dach

Der Dachaufbau kann verschiedene Formen haben; vom Flachdach, über das Pultdach, das Tonnen-oder Wannendach bis hin zum steilen Satteldach ist alles möglich. für alle diese Formen verwenden wir die Pfetten-Technik, auch über mehrere Stockwerke. Pfetten sind einfach waagrechte Balken oder Stämme, die auf senkrechten Stützen aufliegen.

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Eine andere Variante ist das Runddach, das ohne Stützen größere Räume überbrückt und in der Mitte Platz für ein Oberlicht freilässt. die Räume müssen dabei nicht rund sein. Mehrere Runddächer können zusammen einen, großen, geschwungenen Raum oder eine Flucht von Räumen überbücken.

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Das Dach wird weiter vorgezogen, so dass sich eine oder mehrere Terassen ergeben. Die schlankeren Hölzer oder Balken, die auf den Pfetten aufliegen, heißen Sparren und tragen die Dachhaut.

Wir brauchen etwas Speichermasse, um ein stabiles Klima und Luftfeuchtigkeit in unserem Haus zu haben. Deshalb kommen jetzt mehrere schichten Massivholz auf die Sparren. Die unterste Schicht ist die Sichtseite. Wir verwenden ungesäumte Bretter und verlegen sie im als Stülpschalung oder als Boden-Deckel-Schalung. die Sichtseite der Bretter ist dabei schon gehobelt.

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Im Gegensatz zum obigen Beispielbild liegt die Verschalung auf den Sparren, sodass die Sparren sichbar bleiben.

Darauf kommen noch einige Schichten sägerauhe Bretter, um die Speichemasse zu erhöhen. Luftkammern sind dabei wegen der Isolierwirkung erwünscht.

Nun folgt eine Mehrfachschicht Wärmereflexfolie zwischen Konterlatten. Den Abschluss billdet eine Letzte Bretterschicht als Untergrund für die dichtende Teichfolie, die Erdfeuchte und Regenwasser fernhält. Um das Durchscheuern der Teichfolie zu verhindern kommt noch ein Vlies auf die Bretter.

Richtfest

Nun ist ein wichtiger Bauabschnitt erledigt. Die Struktur des Hauses steht und ist von den Wetterunbilden geschützt. Ab jetzt können die weiteren Ausbauschritte erfolgen.

Das wird in weiteren Kapiteln beschrieben.

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