Die richtigen Materialien

Viele Häuser werden als Holzhäuser oder Ökohäuser angeboten. Oder als Häuser, in denen Naturmaterialien verwendet werden. Es gibt massive Holzhäuser, wie z.B. Blockhäuser. Aber viele Häuser sind Rahmenbauten die mit saugenden Materialien, geschützt durch Folien, gefüllt sind. Andere Häuser sind mit saugenden Materialien von außen gedämmt. Schon der kleinste Fehler in der Konstruktion führt zu Moder und Schimmel. Ein Wasserrohrbruch bedeutet bei vielen Häusern eine Katastrophe.

In einem alten Fachwerkhaus mit Dielenboden hatten wir im Obergeschoss einen Rohrbruch. Das Wasser tropfte durch die Holzdecke nach unten. Wir wischten das Wasser weg und ließen es trocknen. Nach drei Tagen war nichts mehr zu sehen. Es war keine saugend Dämmung in der Decke und kein Laminat-Boden verlegt. Der gefirnisste Boden hatte kein Problem mit dem Wasserschwall. In einem anderen Haus regnete es während der Renovierungsphase durchs offene Dach. Es stand das Wasser mehrere Tage auf dem nicht unterkellerten Dielenboden des Erdgeschosses. Einige Löcher wurden durch den Boden bis in  den Grund gebohrt. Das Wasser lief ab und der Dielenboden trocknete aus. Die Löcher wurden mit Holzpfropfen verschlossen, der Boden wurde abgeschliffen und mit Hartöl behandelt. Er ist nicht verzogen und hat keine Spalten und tut seinen Dienst wie eh und je.

Diese Episoden lehrten uns, keine saugfähigen Dämmstoffe zu verwenden. Als einzigen Dämmstoff verwenden wir sehr sparsam unbehandelte Schafwolle, um Ritzen gegen Zugluft abzudichten. Schafwolle ist praktisch unverrottbar und trocknet immer wieder aus. Für die flächige Wärmedämmung haben wir eine andere Lösung.

Lehm und Stroh sind oft verwendete biologische Baustoffe. Für uns sprechen einige Punkte dagegen. Stroh allein ist extrem feuchtempfindlich und muss imprägniert werden. Lehm-Strohgemische sind oft verwendete Baumaterialien. Aber die heutigen dichten Wohnungen führen auch hier zu Schimmel-Problemen. Sogar Lehmputze im Inneren sind schimmelgefährdet. Diese Materilalien sind nicht schlecht, sie verlangen aber sehr viel Vorsichtsmaßnahmen und sind nur sehr aufwendig zu verarbeiten. Während Lehm im Boden an der Baustelle nichts kostet, sind Lehmputze aus den Sack sehr teuer. Lehm kann bein Aufnehmen von Wasser sein Volumen bis zu 40% vergrößern. Das führt beim Trocknen zu Schwundrissen. Erst wenn viel Zuschlag wie Sand verwendet wird, hört das Schrumpfen auf. Der Lehm hat dann nur noch einen Tongehalt von ca. 15 %. Wenn solch ein Lehm an der Baustelle vorhanden ist, können wir Stampflehmbauten zustimmen. Die Wände bekommen kaum Risse und haben nach dem Trocknen eine Tragfähigkeit wie Leichtbeton oder Ziegelmauern. Auch hält sich die Arbeitszeit in Grenzen, da das Material einfach erdfeucht verwendet und und in Schalungen eingestampft wird. Allerdings brauchen diese Lehmwände konstruktiven Schutz.

Strohlehm schrumpft auch kaum und kann zum Formen von Rundungen eingesetzt werden, Er muss dann noch mit einer Schlämme geschützt werden. Er darf nie nass werden. Auch kalte Ecken sind zu vermeiden, da sich dort Feuchtigkeit niederschlägt. Als alleiniges, tragendes Konstuktionsmaterial empfehlen wir ihn nicht.

Massivholz ist der Bau-Stoff unserer Wahl. Man muss zwar auch einiges beachten, aber richtig verwendetes Holz hält hunderte von Jahren, auch ohne Anstrich – und manchmal besser als wenn die falschen Farben drauf sind. Holz hat sowohl eine gute Wärmedämmung als auch Wärmespeichervemögen. Zudem hat es einen schlechten Wärmeübergangswert von Luft auf Holz, so dass Wärme nur langsam abfließen kann. Deshalb ist ein kaltes holzvertäfeltes Zimmer sehr schnell aufgeheizt – das ist schon seit den holzvertäfelten Bauernstuben bekannt.

Wir verwenden Holz fürs Fachwerk und fürs Tragwerk des Bodens und des des Dachstuhls, als Wärme-Speichermasse auf dem Dach (was zu kühlen Häusern im Sommer führt). Außerdem verwenden wir Holz für Vertäfelungen und für Dielenfußböden. Und natürlich für die Inneneinrichtung.

Zementgebundene Holzfaserplatten (Heraklit) enthalten viel Luft. Sie dämmen, speichern und sind ein hervorragender Putzträger innen wie außen.

Gipskartonplatten (Rigips) sind atmungsaktiv, luftreinigend und gut zu verarbeiten, um glatte Wände zu bekommen. Sie können überall verwendet werden, wo es immer trocken ist.

Luftkalkputz ist der der richtige Putz für Holzbauten und Fachwerk. Er neutralisiert Säuren, verhindert Schimmel, nimmt Schadsalze auf, gibt viel Feuchtigkeit ab und lässt sich leicht entfernen, wenn er mal nach vielen Jahren erneuert werden muss.

Massivziegelsteine sind hervorragende Wärmespeicher und dämmen exzellent den Schall. Dasselbe gilt für Natusteine. Wir verwenden sie in Ausfachungen des Fachwerks und für Trennwände innen. Allerdings dämmen sie wenig und sollten daher entweder als dicke Wände oder mehrschalig eingesetzt werden.

Unsere Spezialität für Ausfachungen des Fachwerks ist eine vor Ort gemischte zementgebundene Holzfasermasse, die erdfeucht in die Verfachungen eingestampft werden. Dazu wird das Fachwerk verschalt und die Verschalung gleich danach wieder entfernt, damit die Masse trocknen kann. Sie ist dicht, ein hervorragender Putzträger, wärmedämmend und speichernd sowie feuchtigkeitsregulierend. Oft genügt ein Anstrich aus Kalkschlämme zum Schutz. Kalkschlämme ist mit Quarzsand versetzte Kalkfarbe, die eine millimeterdicke Schutzschicht mit etwas grober Struktur ergibt.

Im Prinzip kann für Ausfachungen auch Stampflehm verwendet werden, wenn er in der richtigen Mischung vor Ort vorhanden ist. Er braucht aber Schutz vor Abrieb und Verwitterung. Dazu werden an der Außenseite Kies oder Schotter in Streifen eingestampft damit der Putz darauf hält. Vor dem Verputzen muss man einige Zeit warten, weil auch Stampflehm sich setzt.

Was wir ablehnen, sind sämtliche Dämmplatten, auch die aus Naturstoffen, da sie leicht brennbar sind und feucht werden können, was zu gesundheitliche Problemen und finanziellen Verlusten führen kann. Eine Ausnahme sind PU-Platten, die man in speziellen Fällen im Feuchtigkeitsbereich einsetzen kann, da sie geschlossenporig und tragfähig sind. Sie sind auch nach Jahrzehnten im Erdreich völlig intakt und können wiederverwendet werden.

Zum Schuss brauchen wir noch einige Folien im Schutz gegen Nässe im Dachbereich und aus dem Erdboden. PE-Folien sind bei der Entsorgung sehr umweltfreundlich und halten ohne Lichteinfluss beinahe ewig. Butyl ist das Material, aus dem Schläuche für LKW-Reifen hergestellt werden. Es ist wunderbar elastisch und robust. Wir verwenden es im Dachbereich in Form von Teichfolien. PVC hat als Teichfolie auch seine Berechtigung, denn es kostet nur ein Viertel von Butyl. Ein jahrzehntelang dichtes Dach, sogar bei Sonneneinstrahlung direkt auf die Folie, lässt den Einsatz von einigen Kilo Kunststoffen verschmerzen. Alles andere wäre weniger dicht und energieintensiver.

Hier endet dieser Teil der Materialkunde.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s